
Philippe Beyeler arbeitet seit über 20 Jahren als Produktedesigner und ist mit dem Verein über seine Kinder Milo und Lilja verbunden, die beide bei den Flames spielen. Die wichtigsten Entwicklungsschritte des neuen Logos vermittelt der Designer mündlich und visuell in der unten verlinkten Präsentation. Im Interview erläutert Philippe, welche Leitideen er bei der Entwicklung des neuen Designs verfolgt hat.
Link zur Präsentation: https://jona-uznach-flames.smugmug.com/Diverses/Neues-Logo/i-LjSvS86
Philippe, wie bist du auf die Idee gekommen, ein neues Logo zu entwerfen und weshalb braucht es überhaupt ein neues Logo?
Mir ist immer wieder aufgefallen, wieviel Potenzial im Logo der Flames steckt. Aus meinem beruflichen Alltag kenne ich die enorme Kraft eines Logos. Es steht für die Identifikation der Mitglieder mit ihrem Verein und repräsentiert den Verein auf einen Blick.
Im bisherigen Logo der Flames steckt eigentlich alles drin, was es braucht. Um die Kraft aber voll entfalten zu können, benötigt es eine Weiterentwicklung. Am Verhalten meiner Kinder sehe ich täglich, dass die junge Generation heute so bewusst und aktiv mit Logos und Marken umgeht, dass das bisherige Logo dem nicht mehr gerecht wird.
Zudem muss ein Logo heute sehr vielfältig anwendbar sein, hinzugekommen sind neben Kleidungsstücken und Printprodukten insbesondere die Logo-Einsätze auf digitalen Plattformen. Auf Smartphones, Bildschirmen, in Apps, Resultatübersichten, Foto- und Videokanälen - überall muss ein Logo in klein und gross sofort erkennbar und lesbar sein.
Als die Flames dann einen kleinen Wettbewerb lancierten, habe ich gesehen, dass sich auch der Verein mit dem Gedanken trägt, das Logo weiterzuentwickeln und habe mit ersten Entwürfen begonnen.
Du hast schon früh betont, dass das heutige Logo starke Elemente hat, die du erhalten wolltest – welche waren das?
Genau: “Zukunft hat Herkunft”, das war mir von Beginn weg wichtig. Es soll kein Schnitt sein, sondern die Geschichte des Vereins beinhalten und weitererzählen. Die bisherige Identität soll auch im neuen Logo erkennbar sein. So funktionieren heute übrigens die meisten Logo-Anpassungen. Es geht darum, ein Logo mit Identität und Emotionen aufzuladen – dies macht den Wert der Marke aus. Es ist also keine Revolution, sondern eine Evolution, eine Renovation und Modernisierung.
Welche Leitideen hast du bei der Entwicklung des neuen Designs verfolgt?
Zunächst ganz klar die Flamme, die zusammen mit dem Namen Flames zwingend als zentrales Element wiedererkennbar sein muss. Auch die Schrift sollte nicht komplett neu gewählt sein, so dass das Alte im Neuen erkennbar bleibt. Zudem gibt es rein technische Aspekte zu berücksichtigen: Das Logo muss beliebig vergrössert und verkleinert werden können und muss stets gut erkennbar bleiben, nur so ist es überall anwendbar. Und dies heisst konsequent vereinfachen und reduzieren, reduzieren, reduzieren.
Während der Entwicklung hatte ich dann plötzlich das “F” vor Augen, das als einzelner Logo-Buchstabe alle Elemente in sich trägt und die Identität der Flames für sich alleine verkörpern kann. Dies eröffnete nochmals eine ganz neue Welt. Mit dem “F” wird das Logo noch dynamischer und bekommt nochmals einen neuen Stellenwert auch für kommerzielle Anwendungen, fürs Merchandising.
Was sind aus seiner Sicht die grössten Gewinne des neuen Logos?
Die Identität wird klarer, die Leidenschaft fürs Unihockey strahlt stärker und transportiert die Emotionen der “Flames”, es ist also sehr repräsentativ. Es ist auf den ersten Moment und bei allen Anwendungen gut erkennbar, wofür das Logo steht. Und neben dem emotionalen Aspekt soll das Logo auch kommerziell besser verwertbar sein und dem Verein so auch zusätzliche Einnahmen ermöglichen.
Was hat dich während der Logo-Entwicklung am meisten gefreut?
Am meisten nervös war ich, als wir die Entwürfe in einem Workshop einer Vertretung der “jungen Generation” rund ums Herren 1 gezeigt und mit ihnen diskutiert haben. Die Jungen sind heute dermassen logo- und markenaffin, dass sie sehr kompetente, kritische Rückmeldungen geben. Das war enorm wertvoll und es hat mich besonders gefreut, dass die Ideen fürs neue Logo bei ihnen, die es ja letztlich tragen und verbreiten, gut angekommen sind.
Als Designer bin ich ein Dienstleister – ich möchte mit dem Design die Bedürfnisse des Vereins möglichst gut treffen. Deshalb freut es mich auch, dass nun bei der Einführung noch viel von der Anfangsidee im Logo enthalten ist.
Weshalb ist es sinnvoll, das Logo schrittweise einzuführen?
Die Evolution macht genau diese schrittweise Einführung erst möglich - das Alte passt zum Neuen. Auch Firmen machen heute keine “big bangs” bei Logo-Änderungen mehr. Es ist ja nicht das Ziel, sich vom Alten zu trennen, sondern einen fliessenden Übergang zu einer moderneren Version zu vollziehen. Zudem ist die schrittweise Einführung auch zeitlich flexibel und ermöglicht bei Bedarf sogar leichte Anpassungen aufgrund erster Erfahrungen. Und nicht zuletzt ist es schlicht auch wirtschaftlich nicht tragbar, alles auf einmal zu erneuern.
Wann hat für dich der Wechsel zum neuen Logo funktioniert?
Wenn ich die ersten Leute mit einem Cap oder einem Freizeit-T-Shirt mit dem neuen Logo sehe. Dann ist das Logo “angenommen” und steht für den Stolz, eine oder einer der “Flames” zu sein.
Interview: Mario Denzler